Für den Start als Freiberufler mit dem Ziel, in der internationalen Zusammenarbeit tätig zu werden, brauchte es Anfang der 1990er Jahre Phantasie, Mut und Zuversicht, denn Vorbilder für diese Geschäftsidee und den damit verbundenen Lebensentwurf gab es nicht. So arbeitete ich nach ersten Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit, die ich als Student sammeln konnte (in Ghana, mit einem ASA-Stipendium in Kenia, und als studentischer Mitarbeiter im Zentrum für Spatial Planning for Regions in Growing Economies – SPRING der Universität Dortmund) zunächst in verschiedenen Ingenieur- und Planungsbüros in Berlin und Brandenburg. Doch der Wunsch nach einer Arbeit in der internationalen Zusammenarbeit ließ mich weiterhin entsprechende Optionen prüfen.

1997 konnte ich dann eine zweijährige Tätigkeit als Beigeordneter Sachverständiger (auch Junior Professional Officer – JPO genannt) bei der Delegation der Europäischen Kommission (heute EU-Delegation) in Litauen beginnen. Nach diesen intensiven und einschneidenden Erfahrungen war mir klar, dass meine berufliche Zukunft nach der Rückkehr nach Deutschland nicht in einem klassischen Stadtplanungsbüro liegen kann. Ich wollte die internationale Ausrichtung in meiner beruflichen Tätigkeit beibehalten: in der Entwicklungszusammenarbeit oder im Kontext der damals in die entscheidende Phase tretenden Vorbereitung der 12 EU-Beitrittskandidaten. Jedoch hatte ich nur eine vage Idee vom Berufsbild und von der Organisation einer solchen Erwerbstätigkeit. Ein Knackpunkt war, wie die anstehenden Kurz- und Langzeiteinsätze im Ausland mit der familiären Situation und den Vorstellungen von einem erfüllten Familienleben zu vereinbaren sein könnten. Mir war schnell bewusst, dass ich, um die Kontrolle über die berufliche Entwicklung und deren Vereinbarkeit mit der Familie gewährleisten zu können, am besten selbständig sein müsste.

Somit war das Ziel formuliert: ich würde als Freiberufler ein kleines Plaungs- und Beratungsbüro gründen, in Deutschland und im Ausland arbeiten, den Fokus auf Ost-, Mittel- und Südosteuropa – vor allem auf den EU-Erweiterungsprozess – legen, die Basis in Berlin oder Kleinmachnow aufbauen, die Familie in den Vordergrund rücken.

Zwischen November und Dezember wurde die Geschäftsidee im Detail entwickelt, erfolgreich ein Gründungsdarlehen beantragt, und mit dem Jahreswechsel 1999 – 2000 ging das Start-up an den Start: das strategieKONTOR arbeitete fortan im Bereich Internationale Entwicklung – lokale und regionale Strategien.

Der Mut hat sich gelohnt:

Erste kleine Aufträge kamen schnell, später wurden auch größere Ausschreibungen gewonnen. Heute kann ich sagen: es hat funktioniert! Ich konnte und kann in unterschiedlichen Funktionen an vielfältigen Projekten europa- und weltweit mitwirken, wertvolle Erfahrungen sammeln. Es haben sich in 20 Jahren keine Routinen eingestellt. Es gelang, rechtzeitige Anpassungen der Aufstellung und thematischen Ausrichtung des strategieKONTORs vorzunehmen: 

  • vom Einzelbüro über eine auch physische Bürogemeinschaft hin zum virtuellen Netzwerk von Planern und Beratern unterschiedlichster Disziplinen; 
  • von der Fokussierung auf die EU-Beitrittsvorbereitungen und EU-Integration hin zu Governance-Themen und Medienentwicklung; 
  • Erweiterung des Leistungsspektrums von Projektplanung, -management und -durchführung um Prüfung und Evaluierung von Programmen und Projekten der internationalen Zusammenarbeit;
  • Einbeziehung der Aspekte von, Institutionenaufbau, Organisationsentwicklung, Kapazitätsentwicklung (Training, Coaching) sowie Kommunikation.

Fachlich habe ich mir durch ein berufsbegleitendes Journalismus-Studium von 2012 bis 2014 zum einen die Grundausstattung des „Werkzeugkastens“ eines Journalisten erarbeitet, und zum anderen den Bereich der Medienentwicklung als entwicklungspolitisches Handlungsfeld erschlossen.

Ich habe das Glück, mit einer Vielzahl unterschiedlicher, aber allesamt interessanter Auftraggeber zusammenarbeiten zu können, darunter die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Deutsche Welle/ DW Akademie, politische Stiftungen sowie deutsche und internationale Behörden, Planungsbüros und Consultings. 

Durch immer neue, fachlich und methodisch unterschiedliche Projekte findet eine permanente Weiterentwicklung der Fachkompetenz und gleichzeitig ein Ausbau der methodischen Kompetenz statt. Entsprechend den veränderten Aufgabenstellungen und Tätigkeitsbereichen – aber auch meinen Interessen folgend – entwickle ich meine fachlichen und methodischen Qualifikationen regelmäßig weiter, so z.B. im Bereich Friedens- und Konfliktforschung, Steuerung von Programmen und Projekten der internationalen Zusammenarbeit, Journalismus …

Im 20. Jahr des Bestehens erfolgte nochmals eine Neuausrichtung des strategieKONTORs im Sinne einer Ergänzung und Vervollständigung des Portfolios. Pünktlich zum Jubiläum habe ich eine Ausbildung als psychologischer Berater / Personal Coach erfolgreich abgeschlossen und damit meine Qualifikation abgerundet. Leistungen, die ich bislang ausschließlich im Ausland für Führungskräfte und Personal in internationalen Projekten erbracht habe, möchte ich nunmehr auch in Deutschland anbieten. 

Das bedeutet nicht, dass ich in Zukunft ausschließlich als psychologischer Berater arbeiten werde. Es bleibt ein wesentlicher Aspekt der Philosophie des strategieKONTORs – und nun auch meiner Haltung als Berater- , auf der Grundlage meiner Lebens- und nunmehr 30-jährigen Berufserfahrung, aus einer aktiven Arbeit in meinen Tätigkeitsfeldern, Interessenbereichen, aus der Auseinandersetzung mit Herausforderungen im Berufsleben (internationale Projekte, Reisen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) – kurz: durch die Teilnahme am Leben heraus – zu beraten und zu coachen. 

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