Glossen

Flughafenplaner zufrieden

Kennen Sie das auch? Sie möchten für sich ein neues, ein passendes Haus bauen. Geld spielt keine Rolle, jemand anderes bezahlt. Sie legen los und kurz vor dem Einzug stellen Sie fest: Da ist ja gar nicht genug Platz für mich, meine Frau, die Kinder! Auch ein notwendiges Arbeitszimmer fehlt. Bescheiden wie Sie sind – man möchte von dem fremden Geld ja nicht mehr nehmen als unbedingt nötig – haben Sie einfach zu klein gebaut. Kann ja mal passieren.

Nun bleiben sie erst einmal in ihrem alten Haus wohnen, Ihr Geldgeber bezahlt Ihnen dort ein paar angemessene bauliche Anpassungen. Die Kosten, die dem einzugsbereiten Nachmieter entstanden sind, trägt der freundlicherweise selber.

Und das ist gut so, denn im neuen Haus kommen die Installateure nicht mit den komplizierten Planungen zurecht und es stellt sich heraus, dass Ihnen keiner genau sagen kann, wann sie einziehen können. Na, denken Sie sich, dann können wir ja die gewonnene Zeit nutzen, um das zu klein geplante Haus richtig zu dimensionieren. Dieser überzeugenden Argumentation kann sich natürlich niemand verschließen und so bezahlt der Geldgeber die notwendigen Umplanungen und Umbauten.

Sie kennen das nicht und können es sich auch nicht vorstellen? Nun, die Politiker und Verwaltungen der Länder Berlin und Brandenburg erleben genau diese Geschichte. Natürlich haben die sich kein Haus gebaut, aber sie versuchen, einen Flughafen vor die Hauptstadt zu setzen. Und erleben dabei die oben geschilderte Situation.

Ist doch toll, denken Sie jetzt? Eben. Deshalb regt sich ja auch keiner der Verantwortlichen auf. Nur den unfähigen Installateur haben sie rausgeschmissen.