lyrik

 

rural tourism development

ein ausflugslokal
an der großen straße.
ein winziges zimmer, ein tisch, fünf stühle.

ein bild – hässlich – kleines fenster zum parkplatz:
kein blick für den austrocknenden see.
fisch, mamaliga für jeden zwei teller, ne gabel.

alles feucht, durchgefeudelt, abgewischt.
schweigendes essen, stille, trotz lärm,
aus dem cd-spieler in nachbarraum.

ein tresen, blinkende lichtlein,
disco, club, restaurant, stammlokal?
kein lachen. und die sonne ging unter,
als wir blicklos aßen.

 

ein abend

ein hotelzimmer.
hellhörig, laut im fast leeren gebäude.
funzelig, plüschig, feucht und kalt.
raus, essen.

diesig, dunkel, laub verbrennt,
nebel? qualm? kalt.
kein wind, kein licht in den straßen,
keine menschen.

im kiosk alte frauen:
unförmig in riesenmänteln, wilde mützen,
taschenlampen in der hand.
es schleppt jemand eine tragetasche, verschwindet, keine blicke.

leutchtreklame – wofür? für wen?
roter dunst.
lautlose hunde entschwinden schwanzlos dem blick,
hundegebell überall, wo man nichts sieht.