Beobachtungen

 

Partnerorientierung in der internationalen Zusammenarbeit stößt an Grenzen, wenn dem Partner jegliche Orientierung fehlt.

Die Projektbudgets werden zu offenen Fonds zur Befriedigung der Wünsche der Partner im Hinblick auf technische und personelle Ausstattung, Reisebudgets und Auftragserteilung an spezielle Klientel.

Partner wechseln ihre Positionen, Anforderungen und Ansprüche an die Zusammenarbeit im Wochentakt.

Ad-hoc-Maßnahmen zur Entsprechung der Partnerwünsche ersetzen die strategische Ausrichtung der Zusammenarbeit.

Alles in der Hoffnung auf eine langfristige Zusammenarbeit – unter welchen Umständen auch immer.

Partnerorientierung muss mit der Zielorientierung abgewogen werden. Die Umsetzung der Vorhaben sollte zwar flexibel sein, muss sich aber an den gemeinsamen Zeilen und den Prinzipien der Zusammenarbeit orientieren.

Zu starke Partnerorientierung verleitet dazu, die eigentlich zu begünstigenden aus dem Blick zu verlieren.

 

 

 

black sea basin cross-border cooperation programme – annual conference 18.- 19.09.2012, Chisinau

Vom 18. bis 19. September 2012 fand in Chisinau, Moldau, die Jahreskonferenz des EU-Schwarzmeerprogramms (Black Sea Basin Programme) statt. Thema war “Deepening Cooperation across the Black Sea Basin”.

Gott sei Dank ist dieses Event nun vorbei. Ich musste teilnehmen. Warum fördern wir weiterhin solche Konferenzen? Reine Geldverschwendung. Erkenntnisgewinn gleich null. Es geht hier um ein jährliches Familientreffenmit gutem Essen. Was die Arbeit, den fachlichen Austausch betrifft: Jeder stellt das, was er zu sagen hat, einfach in den Raum. Goldene Regel: es gibt keine Resonanz. Kritische Fragen und Diskussionen unerwünscht. Trotz zweier Moderatoren auf dem Podium werden ausschließlich vorgefertigte Statements verlesen. Fragen der Moderatoren werden ignoriert.

Ein Ziel der Veranstaltung, angestrebte Ergebnisse wurden aus gutem Grund gar nicht erst formuliert, Ergebnissicherung war daher von vornherein nicht einzuplanen.

Fazit: 140 Teilnehmer aus 10 Schwarzmeeranrainerstaaten und Vertreter der Europäischen Kommission verbringen 2 teure Tage in einem der ärmsten Staaten Europas auf dessen Kosten. Die Veranstalter haben sich die Gelder für die Durchführung bei den internationalen Gebern zusammenschnorren müssen.

Die Moldauer haben sich anständig präsentiert. Ihre zahlreich angereisten, herrlich untergebrachten und vorzüglich verköstigten Gäste haben ihnen leider ihre zahlreichen Fragen nicht beantworten und auch sonst nicht weiterhelfen können.

See you next year in Bulgaria (and then we will finally have a venue at the sea, again – not to forget: we are the Black Sea Basin Programme …)