Regionale Kooperation auf dem Balkan

… ist wichtig! Aber wie kann sie (von aussen) effektiv und wirksam gefördert werden? Leider wurde diese Frage auch im Rahmen einer Missionsreise zur Evaluierung des GIZ-Regionalvorhabens “Ländliche Entwicklung durch Integriertes Wasser- und Waldmanagement auf dem Westlichen Balkan” nicht beantwortet.

Darüber hinaus lassen mich viele der Eindrücke und Erkenntnisse, die aus der Prüfung des Vorhabens und den Diskussionen zur Planung einer Folgemaßnahme gewonnen werden konnten, ratlos und irritiert zurück nach Deutschland kehren. Seit 20 Jahren arbeite ich auf dem Gebiet der EU-Integration und war in zahlreiche Projekte im Kontext der EU-Beitrittsprozesse in vielen Ländern beteiligt, seit 18 Jahren auch in Südosteuropa. Heute, im Jahr 2017, ist in den Ländern des Westbalkans (Serbien, Albanien, Montenegro, Mazedonien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina) bestenfalls erschreckender Stillstand festzustellen. Das betrifft die Entwicklung in den einzelnen Ländern und das Zusammenleben der Bevölkerung dort, als auch die Kooperation der sechs Staaten untereinander. Das Maß an Fixierung auf nationale/ nationalistische Perspektiven und eine Abgrenzung gegenüber Europa durch das Einnahmen einer Opferrolle lassen kaum konstruktive politische Ansätze im Verhältnis zur EU als auch zu den Nachbarstaaten zu.

Beim Anblick der Brücke über die Drina stellt sich für mich heute die Frage, wofür sie ein Symbol – oder Omen – darstellt.

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Projektevaluation EU-Integration in Serbien

In Serbien ist die Programmevaluation (PEV) des GIZ-Vorhabens zur Unterstützung der EU-Integration und der EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens in die entscheidende Phase gegangen. Im November 2016 fand die ca. 2-wöchige Missionsreise nach Belgrad statt, bis Ende Februar 2017 soll der Evaluationsbericht vorliegen.

EU-Integration und Migration

Zwei spannende Themen, vor allem in Kontext der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Ländern mit EU-Perspektive. Am Beispiel Serbiens werden diesbezüglich strategische Überlegungen angestellt. Auch mit Blick auf die notwendige Kommunikation aus der Region nach Deutschland. Eine Konferenz wird 2017 in Belgrad stattfinden.

Business Friendly Certification

Nicht ganz so rund wie in anderen Evaluationen verlief es im Falle der Ex-Post-Evaluierung der drei Teilmaßnahmen des GIZ- Offenen Regionalfonds für Südosteuropa (Ausrichtung Kommunale Dienste) zu “Business Friendly Certification“, einer Zertifizierung von Kommunen in Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien (und nun auch Montenegro).

Die Arbeiten konnten nur mit großen Verzögerungen abgeschlossen werden.

 

Prüfungen in Südosteuropa und im Südkaukasus

Es ist nahezu amtlich: im nächsten Jahr geht es zunächst endlich wieder nach Südosteuropa, genauer gesagt nach Serbien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegovina. Die Aufgabe wird es sein, als Teamleiter eine Prüfung von drei Projekten zu planen und durchzuführen, die vom Offenen Regionalfonds (ORF) Südosteuropa “Modernisation of Municipal Services”  der GIZ finanziert werden. Inhaltlich geht es um “Business-friendly certification” von Städten und Gemeinden in der Region.

Im März steht die nächste Reise in den Südkaukasus an. Sicher ist der Einsatz in Georgien, dazu wird mindestens ein Einsatz in Aserbaidschan oder Armenien kommen, vielleicht auch in  beiden Staaten. Hier wird die Evaluation des Local Governance Programms, einem Regionalvorhaben der GIZ, durchgeführt.